Drohnenflug im Urlaub: Das solltest du vor deinem Flug wissen
Eine Landschaft aus der Luft zu sehen, eröffnet noch einmal eine ganz andere Perspektive. Küsten, Berge und kurvenreiche Straßen wirken von oben oft ganz anders als vom Boden aus. Deshalb gehört eine Drohne für uns zu den spannendsten Möglichkeiten, besondere Momente auf Reisen festzuhalten.
Bevor die Drohne im Urlaub abhebt, gibt es allerdings einiges zu beachten. Wo darf ich fliegen? Brauche ich eine Versicherung oder einen Drohnenführerschein? Und wie finde ich heraus, ob mein geplanter Startplatz in einer Flugverbotszone liegt?
Von Felix · Text zuletzt bearbeitet am 28. Oktober 2026
In diesem Beitrag zeigen wir dir, worauf du bei der Vorbereitung achten solltest und welche Apps dir bei der Planung helfen können.
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Darf ich meine Drohne überall mit in den Urlaub nehmen?
Bevor wir eine Drohne für eine Reise einpacken, informieren wir uns über die Regeln unseres Reiseziels. Denn nicht überall gelten dieselben Vorschriften.
Innerhalb der Europäischen Union gibt es gemeinsame Grundlagen für den Drohnenbetrieb. Trotzdem können die einzelnen Länder zusätzliche Flugbeschränkungen und besondere Regeln für bestimmte Gebiete festlegen.
Außerhalb der EU können die Vorschriften ganz anders aussehen. In manchen Ländern ist eine zusätzliche Registrierung oder Genehmigung notwendig. Andere Länder beschränken die Einfuhr oder Nutzung von Drohnen stärker.
Unser Tipp: Informiere dich am besten schon vor der Buchung beziehungsweise vor der Abreise bei der Luftfahrtbehörde deines Reiselandes. So vermeidest du, dass die Drohne zwar im Gepäck liegt, vor Ort aber nicht genutzt werden darf.
Wo darf ich mit meiner Drohne fliegen?
Auch wenn die Drohne im Reiseland grundsätzlich erlaubt ist, bedeutet das nicht, dass du sie überall starten lassen darfst. Rund um Flughäfen, über bestimmten Einrichtungen oder in Schutzgebieten können Flüge verboten oder nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt sein.
Gerade im Urlaub liegen schöne Fotospots häufig in Nationalparks oder anderen geschützten Landschaften. Dort können neben den Luftfahrtregeln weitere Vorschriften zum Schutz von Tieren und Natur gelten. Auch Hinweisschilder und Regeln des jeweiligen Schutzgebiets solltest du deshalb beachten.
Wir prüfen unseren geplanten Flugort möglichst schon vor dem Ausflug. Direkt vor dem Start schauen wir noch einmal nach, ob sich Einschränkungen oder die Bedingungen vor Ort geändert haben.
Apps und Karten für die Flugplanung
Für einen ersten Überblick über mögliche Einschränkungen und das Wetter nutzen wir auf dem iPhone unter anderem Drone Buddy. Die App kann bei der Vorbereitung helfen und Hinweise auf Flugbeschränkungen geben.
Eine App allein reicht für die Entscheidung aber nicht immer aus. Die angezeigten Daten können unvollständig sein oder nicht alle örtlichen Regeln abdecken. Deshalb gleichen wir die Informationen mit den offiziellen Angaben des jeweiligen Landes ab. Auch der Anbieter von Drone Buddy weist darauf hin, dass Karten und Angaben überprüft werden sollten.
Für Deutschland sind unter anderem diese Angebote hilfreich:
- dipul: Die digitale Plattform für unbemannte Luftfahrt bietet Informationen und eine Karte zur Flugvorbereitung in Deutschland.
- TraX von Droniq: Die App zeigt unter anderem Einschränkungen, Wetter- und Luftrauminformationen für Flüge in Deutschland.
- Drone Buddy: Die App nutzen wir für einen zusätzlichen Überblick. Welche Informationen verfügbar sind, kann je nach Region und Funktion unterschiedlich sein.
Für andere Reiseziele lohnt sich ein Blick auf die Internetseite der zuständigen Luftfahrtbehörde. Dort findest du häufig eine offizielle Drohnenkarte oder einen Hinweis darauf, welches Angebot im jeweiligen Land genutzt werden kann.
Wichtig: Eine freie Fläche auf einer Karte oder eine Startfreigabe in der Drohnen-App ist nicht automatisch eine behördliche Erlaubnis. Prüfe immer die geltenden Regeln für den konkreten Ort.
Brauche ich eine Versicherung für meine Drohne?
In Deutschland benötigst du für den Betrieb einer Drohne eine Haftpflichtversicherung, auch wenn du nur privat fliegst. Das gilt grundsätzlich auch für kleine und leichte Drohnen.
Eine Drohnen-Haftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, die du mit deiner Drohne anderen zufügst – zum Beispiel, wenn durch einen Absturz ein Auto beschädigt oder eine Person verletzt wird.
Manchmal sind Drohnen bereits über eine private Haftpflichtversicherung mitversichert. Das solltest du aber nicht einfach voraussetzen: Entscheidend sind die Bedingungen deines Vertrags.
Vor einer Reise würden wir insbesondere diese Punkte prüfen:
- Ist die Nutzung einer Drohne ausdrücklich versichert?
- Gilt der Schutz für das Gewicht und die Art deiner Drohne?
- Sind private Flüge im Reiseland und für die gesamte Reisedauer abgedeckt?
- Werden gegebenenfalls bestimmte Länder oder Aktivitäten ausgeschlossen?
Eine Haftpflichtversicherung schützt dich vor Ansprüchen anderer. Schäden an der eigenen Drohne sind dadurch nicht automatisch versichert. Dafür kann je nach Wunsch eine zusätzliche Versicherung infrage kommen.
Die Versicherungspflichten können sich im Ausland unterscheiden. Deshalb lohnt es sich, neben dem eigenen Vertrag auch die Anforderungen des Reiselandes anzusehen.
Muss ich meine Drohne registrieren und kennzeichnen?
Bei diesem Thema geht es zunächst um die Registrierung als Drohnenbetreiber. In Deutschland ist dafür das Luftfahrt-Bundesamt zuständig.
Eine Registrierung ist in vielen Fällen erforderlich – zum Beispiel, wenn deine Drohne 250 Gramm oder mehr wiegt oder eine Kamera besitzt und kein als Spielzeug eingestuftes Gerät ist. Das bedeutet: Auch eine Kameradrohne unter 250 Gramm kann registrierungspflichtig sein.
Nach der Registrierung erhältst du eine elektronische Betreiber-ID, häufig e-ID genannt. Diese Nummer bringst du gut sichtbar an deinen Drohnen an, zum Beispiel mit einem geeigneten Aufkleber. Besitzt deine Drohne eine entsprechende Fernidentifizierungsfunktion, sind die Vorgaben zur Eingabe der Betreiber-ID ebenfalls zu beachten.
Eine einmalige Registrierung im zuständigen EU-Land gilt grundsätzlich auch für Flüge in anderen EU-Mitgliedstaaten. Trotzdem musst du weiterhin die Regeln und Flugbeschränkungen des jeweiligen Reiselandes beachten.
Weitere Informationen findest du beim Luftfahrt-Bundesamt.
Ab wann brauche ich einen Drohnenführerschein?
Ob du einen Drohnenführerschein benötigst, hängt nicht nur vom Gewicht ab. Auch die Drohnenklasse und die Art, wie und wo du fliegen möchtest, spielen eine Rolle.
Für die meisten Urlaubsflüge ist die sogenannte offene Kategorie relevant. Hier gibt es unter anderem folgende Grundlagen:
- Kleine Drohnen unter 250 Gramm: Für C0-Drohnen und viele ältere Drohnen unter 250 Gramm ist in der offenen Kategorie grundsätzlich kein Drohnenführerschein vorgeschrieben. Die Bedienungsanleitung und die übrigen Regeln musst du trotzdem beachten.
- Drohnen der Klasse C1: Hier ist für den üblichen Betrieb der EU-Kompetenznachweis A1/A3 erforderlich. Er wird häufig als „kleiner Drohnenführerschein“ bezeichnet.
- Drohnen der Klasse C2: Wenn du unter den Bedingungen der Unterkategorie A2 näher an unbeteiligten Menschen fliegen möchtest, benötigst du zusätzlich das EU-Fernpilotenzeugnis A2. Für einen Betrieb in A3 können andere Voraussetzungen gelten.
- Ältere Drohnen ohne Klassenkennzeichnung ab 250 Gramm: Diese werden in der offenen Kategorie grundsätzlich in A3 betrieben. Dafür ist in der Regel der Kompetenznachweis A1/A3 erforderlich.
Welche Klasse deine Drohne hat, findest du auf der Kennzeichnung beziehungsweise in den Unterlagen des Herstellers. Bei selbst gebauten Drohnen und besonderen Flugvorhaben gelten teilweise weitere Bedingungen. Die EASA erklärt die Anforderungen für die offene Kategorie im Detail.
Auch wenn du für deine Drohne keinen Führerschein benötigst, lohnt es sich, dich mit den Regeln vertraut zu machen. Schließlich möchtest du nicht nur schöne Bilder aufnehmen, sondern auch sicher fliegen.
Die wichtigsten Regeln während des Fluges
Die genauen Vorgaben hängen von deiner Drohne, dem Flugort und dem Reiseland ab. Für einen typischen Flug in der offenen Kategorie innerhalb der EU solltest du besonders an diese Punkte denken:
- Drohne im Blick behalten: Fliege grundsätzlich so, dass du deine Drohne ohne technische Hilfsmittel direkt sehen kannst.
- Flughöhe beachten: In der offenen Kategorie gilt grundsätzlich eine maximale Höhe von 120 Metern über Grund. Örtlich können niedrigere Grenzen gelten.
- Abstand halten: Halte ausreichend Abstand zu Menschen und beachte die Vorgaben deiner Flugkategorie.
- Menschenansammlungen meiden: Über Menschenansammlungen darf in der offenen Kategorie nicht geflogen werden.
- Privatsphäre respektieren: Filme und fotografiere andere Menschen und private Bereiche nicht unbedacht. Für Aufnahmen und ihre Veröffentlichung können zusätzliche Regeln gelten.
- Natur schützen: Halte Abstand zu Tieren und verzichte auf den Flug, wenn sie sich gestört fühlen könnten.
Gerade an viel besuchten Aussichtspunkten ist es nicht immer einfach, einen ruhigen und geeigneten Startplatz zu finden. Manchmal ist es deshalb die bessere Entscheidung, die Drohne im Rucksack zu lassen und den Moment vom Boden aus zu genießen.
Drohne und Akkus im Flugzeug transportieren
Wenn du mit dem Flugzeug verreist, solltest du dich vorab auch über die Gepäckregeln deiner Fluggesellschaft informieren.
Besonders wichtig sind die Lithium-Akkus. Ersatzakkus gehören grundsätzlich ins Handgepäck und müssen gegen Kurzschluss geschützt sein. Je nach Kapazität und Fluggesellschaft können zusätzliche Beschränkungen oder Genehmigungen gelten.
Wir empfehlen, die Akkus einzeln und geschützt zu transportieren und die aktuellen Vorgaben der Airline vor dem Flug nachzulesen. Prüfe dabei auch, wie die Drohne selbst und ein eventuell eingesetzter Akku verpackt werden dürfen.
Unsere Checkliste vor dem Drohnenflug
Damit wir unterwegs nichts Wichtiges vergessen, gehen wir vor dem Start noch einmal die wichtigsten Punkte durch:
- Sind Drohnen an unserem Standort grundsätzlich erlaubt?
- Gibt es Flugbeschränkungen oder besondere Regeln für das Gebiet?
- Sind Registrierung und Kennzeichnung erforderlich und aktuell?
- Ist die Drohne für das Reiseland ausreichend haftpflichtversichert?
- Benötigen wir für unsere Drohne und den geplanten Flug einen Kompetenznachweis?
- Sind Wind, Wetter und Umgebung für einen sicheren Flug geeignet?
- Können wir ausreichend Abstand zu Menschen und Tieren halten?
- Ist der Akku ausreichend geladen und die Drohne technisch in Ordnung?
Erst wenn diese Punkte geklärt sind, starten wir zu unserem Flug.
Unser Fazit: Gut vorbereitet zu besonderen Perspektiven
Eine Drohne kann eine Reise um beeindruckende Aufnahmen und neue Blickwinkel bereichern. Damit das Erlebnis in guter Erinnerung bleibt, gehört für uns eine sorgfältige Vorbereitung dazu.
Besonders wichtig sind eine passende Versicherung, die erforderliche Registrierung und die Prüfung des Flugortes. Apps wie Drone Buddy helfen uns bei der Planung – die offiziellen Informationen des Reiselandes bleiben für uns aber ein wichtiger Teil der Vorbereitung.
So steht einem sicheren Flug und besonderen Erinnerungen aus der Luft nichts mehr im Weg.
Hinweis: Die Angaben in diesem Beitrag beziehen sich vor allem auf private Urlaubsflüge in der offenen Kategorie in Deutschland und der EU. Stand: Oktober 2026. Da sich Vorschriften ändern können, prüfe bitte vor jedem Flug die aktuellen Regeln des jeweiligen Reiseziels.
Titelbild: cottonbro studio / Pexels